Verband landwirtschaftlicher Meister und Ausbilder in Bayern e.V.

BBiA - Erfahrungsaustausch mit den Vorsitzenden der Prüfungsausschüsse und des VLM Bayern

Einmal jährlich treffen sich die Vorsitzenden der Meisterprüfungsausschüsse mit den Vorsitzenden des VLM Bayern zu einem gemeinsamen Austausch. Die diesjährige Veranstaltung fand in der Aula des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Roth statt.

Zu dem Gespräch lud die Geschäftsstelle des Berufsbildungsausschusses und das Referat Bildung und Schulwesen in der Agrarwirtschaft und im Gartenbau des Landwirtschaftsministeriums - in Absprache mit dem VLM - ein. Auch die Vorsitzenden des Berufsbildungsausschusses und die Leiter der für die Meisterprüfung zuständigen Fortbildungszentren nahmen daran teil.

BBiA-Erfahrungsaustausch mit den Vorsitzenden der Meisterprüfungsausschüsse und des VLM Bayern

BBiA-Erfahrungsaustausch mit den Vorsitzenden der Meisterprüfungsausschüsse und des VLM Bayern

Nach der Begrüßung berichtete Dr. Michael Karrer über Aktuelles aus dem Referat A4 Bildung und Schulwesen und verschaffte den Teilnehmern damit einen Überblick über die derzeitigen Schwerpunkte des Referates. Dabei betonte Karrer, dass in die Bildung vor allem Zeit investiert werden müsse. Er hob die Qualität der landwirtschaftlichen Ausbildung hervor und stellte den Ausbildungsweg bis zum Agrarbetriebswirt auf eine Stufe mit dem Bachelor. Die Unternehmen müssten sensibilisiert werden, ihre Jobangebote nicht nur für den Bachelor-Abschluss zu formulieren, sondern diese gleichzeitig auch für die Absolventen einer qualitativ hochwertigen praxisnahen Ausbildung zu öffnen.
Mit der Einrichtung des Lehrerportals ist eine sehr effektive Unterstützung der Lehrkräfte erfolgt. Monatlich werden bis zu 17.000 Zugriffe auf das Lehrerprotal registriert, die sei beachtlich, so Karrer. Eine ähnliche Plattform für die Berufsschullehrer wird als sinnvoll erachtet. Auch das Kultusministerium wird eine Arbeitsgruppe bilden, um die Berufsschullehrer im Bereich Landwirtschaft mit fachlichen Inhalten zu unterstützen.
Außerdem betonte Karrer die Notwendigkeit, sich bestimmten inhaltlichen Themen ernsthaft anzunehmen. Themen zum Ressourcenschutz, aber auch weitere Themen zur Diversifizierung müssen vermehrt in die Lehrpläne aufgenommen werden.

Es wurde angemerkt, dass die Kritik an der Berufsschulqualität zunimmt. Weiterbildungsprogramme für Berufsschullehrer seien dringend erforderlich! Es werde Kontinuität in der Bildung benötigt, der Bildungsplan müsse hierbei aus einer Hand kommen. Der Dialog mit dem Kultusministerium und die Kooperation mit den Berufsschullehrern sollte forciert und intensiviert werden.

Des Weiteren wurde in dem Kreis festgestellt, dass ein stärkerer Besuch der Staatlichen Höheren Landbauschule (HLS) wünschenswert wäre. Lediglich 15-20% der frisch gebackenen Meister besuchen anschließend die HLS. Diese zusätzliche Qualifizierung wird zu wenig von den Eltern unterstützt, hier bedarf es einer Bewusstseins-Änderung und Sensibilisierung der Eltern. Ein zukünftiger Betriebsleiter braucht die Fortbildung an der HLS zum Agrarbetriebswirt, dies müsse als dringende Botschaft nach draußen getragen werden. Dabei gilt es auch gute und bereits frühe Informations-Arbeit gegenüber den Eltern und Jugendlichen zu leisten.

Ebenso war man sich einig, dass die Attraktivität der gesamten Agrarberufe nach außen noch intensiver dargestellt werden müsste. Dabei sei es wichtig, bereits früh in den Schulen (7./8. Klasse) für die Agrarberufe zu werben. Es wurden verschiedene Möglichkeiten diskutiert, wie die Werbung noch effektiver gestaltet werden könne.

Anschließend wurden die aktuellen Ausbildungszahlen vorgestellt. Es folgte ein Bericht aus der Arbeit des Berufsbildungsausschusses sowie zu Änderungen in den Fachschulverordnungen. 
Der VLM bedankt sich für den konstruktiven Austausch und unterstützt ein jährliches Zusammenkommen der Beteiligten.